...ICH HABE EINEN ALPTRAUM

DEN ÖTZTALER RADMARATHON

 

Donnerstag, der 02.03.2006 noch 177 Tage
Noch 177 Tage Zeit um mich vorzubereiten. Das ermöglicht mir heute eine Trainingspause einzulegen. Denke ich mir zumindest. Werde beginnen mich mental auf die Herausforderung vorzubereiten. Dazu müssen aber vorher grundlegende Dinge gelöst werden. Dazu gehören folgende Fragen: Soll man jeden zählen der einen überholt? Ist die Motivation bei niedrigem Luftdruck auch niedriger. Ist der Ötztaler eine reine Kopfsache. Wie viel muss ich essen, damit ich die Zeit die ich beim Berg fahren verliere, bei der Abfahrt wieder holen kann. Um wie viel wird mein Carbonbike am Timmelsjoch auf 2500 Meter leichter? Darf man Reifen mit Helium füllen? Wie viel Bier kann man nach dem Ötztaler trinken? Liegt ein McDonalds am Weg? Wie viele Radrennen muss man vor dem Ötztaler im Fernsehen gesehen haben? Macht Massageöl Windschlüpfriger? Falls es Antworten gibt bitte mir an die Adresse info@tirolersport.com senden. Habe mich heute doch noch sportlich betätigt. Habe meine Feinmotorik mit Tennis verbessert. Die Vorhand entspricht der Bewegung "he gebt mir was zum trinken, ich bin so fertig" und die Rückhand entspricht "He geht aus dem Weg ich muss gewinnen"
Mittwoch, der 01.03.2006 noch 178 Tage
Aschermittwoch, meine Ernährung wurde ab sofort für 40 Tage auf Fleischlos und Schokoladenlos umgestellt. Mittags Cremspinat mit Röstkartoffeln und Rührei. Schon bei dem Gedanken "Fleischlos" stellte sich eine sehr große Lust auf Fleischkässemmel mit Senf ein, und ich sehe überall Schokolade liegen die normalerweise von mir gegessen würde. Abends konnte ich mich mit eineinhalb Stunden Spinning ablenken. Nachher gabs noch Kuchen. Zwei  Stück mussten für den ersten fleischlosen Tag büßen. Habe ganz vergessen, dass am Aschermittwoch kein Alkohol getrunken werden sollte. Leider war es schon zu spät. Konnte nicht mehr rückgängig gemacht werden oder nur sehr schwer ( mit sehr viel mehr Alkohol wäre es vielleicht gegangen ;-)  ).
Dienstag, der 28.02.2006 noch 179 Tage
Der heutige Faschingsdienstag wurde ein trainingsfreier Tag. Allerdings fühlt es sich an als ob ich fünf Stunden Ausdauertraining hinter mir hätte. Was für ein Faschingsausklang. So stellt man sich sowas vor. Dem Ötztaler wird es  sicher nicht geschadet haben. Versuch ich mir zumindest einzureden. Über die heutige Ernährung möchte ich mich nicht äußern. Nur eines, es waren 3 Faschingskrapfen dabei :-)
Montag, der 27.02.2006 noch 180 Tage
Aufgrund der Tatsache, dass es nur mehr 180 Tage bis zum Tag X sind, wurde an diesem Tag sehr viel Wert auf gesunde Ernährung gelegt. Mittags Schweinesteak mit Pilzrahmsauce und Kroketten und um Kalorien zu sparen nur einen halben Teller Salat dazu. Abends Wienerschnitzel mit Pommes. Die Startnummer zum ÖTZTALER ALPTRAUM wurde vergeben.  Startnummer 2608. Also ein erfreulicher Tag. Natürlich habe ich auch etwas zu meiner körperlichen Ertüchtigung gemacht. Zwei  Stunden auf dem Bike 60 Kilometer.
Sonntag, der 26.02.2006 noch 181 Tage
Um nicht Gefahr zu laufen mich Überzutrainieren legte ich zu Gunsten meiner UNI Professoren einen trainingsfreien Tag ein. Die Ernährung an diesem Tag war ein Teller Müsli, eine Nutellasemmel, eine Schachtel Merci (die große Packung) darin ist sehr viel Eiweiß enthalten, zwei Pizzaschnitten, zwei Joghurt, eine Schale Neocitran gegen meinen Schnupfen, ein Bier beim Schiservice von meinem Freund. Den ganzen Tag konnten sich meine Muskeln bei der Lektüre Pflegewissenschaft entspannen. Ich freue mich, dass ich noch 181 Tage Zeit habe eine gute körperliche Verfassung aufzubauen.
Samstag, der 25.02.2006 noch 182 Tage
Nach einer kurzen Nacht setzte ich mich für 15 Kilometer auf mein Bike. Am Abend konnte ich mich noch selber überreden nochmals 45 Kilometer zu fahren und belohnte mich mit Pizza und einer Flasche Wein. Zusätzlich zur Pizza wurde meine heutige Nahrungsaufnahme durch ein Teller Müsli, Fisch mit Kartoffeln und Chips vervollständigt.
Freitag, der 24.02.2006 noch 183 Tage
.Ein wenig angeschlagen durch eine Verkühlung und 2 Beutel Neocitran intus musste ich feststellen dass ich immer noch keine fixe Startnummer für den Ötztaler habe und noch nicht offiziell gelistet bin. Voll motiviert ernährte ich mich an diesem Tag nur von Nudeln, Obst und Yoghurt, NeoAngin ( nicht auf den Dopinglisten ;-) ) und Isostar. Konnte mich sogar überwinden 2 Stunden auf dem Bike zu verbringen. Alptraum Ötztaler kann kommen.
Donnerstag, der 23.02.2006 noch 184 Tage
Sehr müde wachte ich auf und wusste es war doch ein Fehler mich anzumelden. Aber schnell war ich wieder motiviert mein Training am Abend fortzusetzen. Mittags begann ich mit der richtigen Ernährung. Wienerschnitzel. Diese Mahlzeit geht direkt in die Muskeln. Nachher folgte ein einstündiges Verdauungstraining bei Puls 65. Am Abend setzte ich mein Training bei "Käsekrainer" und betrachten meines Spinningbikes fort. Pulsbereich zwischen 53 und 75
Mittwoch, der 22.02.2006 noch 185 Tage
Spinningstunde am Abend und ich fühlte es war doch kein Fehler mich anzumelden. War ich mir zumindest am späteren Abend nach Alkoholgenuss in der Studioeigenen Bar sicher.
Dienstag, der 21.02.2006 noch 186 Tage
Voll entschlossen mein Training nun ernst zu nehmen und voll durchzustarten wollte ich eine Radeinheit auf dem Hometrainer machen und musste mein Vorhaben leider wegen Zeitmangel und Tennisstunde verschieben
Montag der 20.02.2006 "Es gibt kein Zurück" noch 187 Tage
Ich sitze vor dem Computer und mache den alles entscheidenden Fehler ich quittiere die Zahlung fürs Nenngeld zum Ötztaler Radmarathon und damit beginnt es 187 Tage Trainingsqual. Ich habe mich entschlossen euch an meinem Leiden teilhaben zu lassen.
Wie alles begann
Naja, es begann alles wie es immer beginnt. Ein Lokal, Alkohol und Freunde die einem zu später Stunde überreden Sachen zu machen die "mann" normalerweise nur mit einem lächeln im Gesicht ablehnt. Der Ötztalmarathon ist ja nur eine Kleinigkeit. Was sind schon 237km mit dem Rad wenn man 12 Stunden in einem Lokal sitzen kann. Was sind schon 5500 Höhenmeter wenn man über mehrere Stunden Alkohol trinken kann. Wie gesagt eine KLeinigkeit.